Samstag, November 21, 2009

Rueckblick/ Post 501

Ich mache diesen Blog wirklich schon ganz schoen lange, leider waren die ersten beiden Jahre ziemlich uninteressant und es ging erst dieses Jahr los, das ich etwas interessantes zu sagen hatte.

2006 bin ich zum ersten mal nach Bangkok geflogen, habe dort aber wenig wichtiges aufgeschrieben oder gelernt und als ich, nach 2 Monaten, im Flugzeug nach Hause sass wusste ich eigentlich genau so viel ueber Thailand wie vorher. In der letzten Woche habe ich Jucies kennengelernt und mein Leben nahm eine foellig neue Richtung.
Die Jahre vorher, in denen ich studierte und ueberhaupt keinen Sinn in irgendetwas sah, trank ich eigentlich nur Bier und war 3-5 mal die Woche irgendwo aus, weil ich nicht wusste wofuer ich mein Leben benutzen sollte und noch Heute glaube ich das Juicies mich gerettet hat, weil ich ohne sie vielleicht immer so weiter gemacht haette.
Die Ankunft wieder in Hamburg war natuerlich mitten im Winter und ganz schoen hart, Streit mit Mutter war auch vorprogrammiert und Freunde laechelten mich nur mittleidig an "Wo kommt Deine Freundin her? Ach ja, klar..."

Der erste Job, den man mir anbot und den ich natuerlich sofort annahm, denn ich wusste ja das ich Geld sparen musste um zurueck zu koennen, war in einer arabischen Bar, dort wurden Shishas, die arabischen Wasserpfeifen verkauft, aber die Arbeit war furchtbar hart und manchmal ging ich in die Fensterlose Bar, waehrend es noch dunkel war und kam wieder hinaus als es schon Nacht wurde. Bezahlt natuerlich schwarz, 6 Euro die Stunde, Heute macht meinen Job ein Aegypter, der illegal in Deutschland lebt und 4 Euro die Stunde bekommt, Deutsche fuer den Job zu finden hat der Betreiber der Bar schon lange aufgegeben.

Am 12ten Mai hatte ich schon wieder genug Geld zusammen, das ich haette losfliegen koennen, trozdem buchte ich meinen Trip erst fuer Oktober, denn ich wollte sicher gehen das es auch wirklich reicht.

Mit Juicies telefonierte ich in dieser Zeit nur ueber die Callshops, die sich natuerlich meist in den Gegenden mit hohem Auslaenderanteil befinden und mindestens 2 mal brachen Schlaegereien im Hintergrund aus, waehrend ich mit ihr sprach.

Dann, aus irgendeiner total verrueckten Laune das Schicksals heraus, kam Juicies nach Hamburg! Damals hatte sie ein paar Monate in einem Nagelstudio in Finnland gearbeitet und mit dem Schengenvisum konnte sie auch nach Deutschland. Zeit verbracht hatten wir davor ja gerade mal 3 oder 4 Tage und ihrer Mutter hatte sie auch nicht gesagt, das sie mich besuchen wuerde.

Ich glaube Heute noch, das diese Woche sicher die gluecklichste meines Lebens war.

Im selben Monat machte ich mein Diplom als Illustrator und nur 3 Tage nach der Praesentation flog ich zurueck und es folgte mein 5 monatiger Aufenthalt in Bangkok, der bis 2007 ging.

In dieser Zeit war ich oft krank, schlecht gelaunt, ungerecht, launisch und Juicies und ich hatten viel Streit, wir hatten beide keine Arbeit mehr und eigentlich nichts zu tun. Ich reiste frueher ab, als ich haette muessen und kam wieder mit Geld nach Deutschland, wie auch schon letztes mal.
Ich lernte einiges und machte auch schoene Fotos fuer den Blog, aber noch immer kratzte ich nur an der Oberflaeche der asiatischen Kultur und hatte nicht das geringste verstanden.

Die Rueckkehr wurde nicht leichter und es wiederholte sich 2008 das alte Spiel: ich nahm den ersten Job an den ich finden konnte: 7 Euro die Stunde und wieder lernte ich wie das Leben in Deutschland nicht mehr so schoen ist, wenn man unten steht. Ich arbeitete Teilzeit, meine Stunden wurden aber immer mehr und gegen Ende arbeitete ich jeden Tag. Ich hatte im Monat 3 freie Tage, wie es mir nach deutschem "Arbeitnehmerrecht" zusteht, am Sonntag arbeitete ich 10 Stunden durch, alleine, gleich neben einem Weihnachtsmarkt und ich wusste nicht mehr ob nun Araber oder Deutsche die schlimmeren Menschenschinder sind.

Im November war es dann Zeit zu kuendigen, was einem ja immer Genugtuung verschafft und wie ein weiches Seidentuch legt sich das Gefuehl der Freiheit auf mein Herz.
Es war alles ein wenig leichter, denn letztendlich wusste ich nun, das Juicies auf mich warten wuerde und alles was ich tun musste war nur immerzu mit dem Kopf gegen den Berg rennen und hoffen das der Traum wahr wird.

Im Dezember erfuhr ich dann von den Aenderungen der Visabestimmungen aus dem Jahr zuvor und das nun nur noch Leute, die genug Geld verdienen eine Auslaenderin heiraten duerfen, bisher war ich nur davon ausgegangen, das ein Sprachtest noetig sein wuerde, der aufgrund Juicies Studium wegfallen sollte, aber es stellte sich heraus, das egal wie hart ich arbeitete, es nicht genug sein wird, da erstens ein fester Arbeitsvertrag gefordert war, zweitens eine grosse Wohnung und drittens genug monatliches Einkommen.

Diese Meldung warf mich und Juicies natuerlich ganz schoen aus der Bahn, doch wir konnten nichts daran aendern und mein Flug war bereits gebucht.

Was in Thailand alles geschah kann ja hier leicht nachgelesen werden. Als ich nach ein paar Monaten feststellte, das noch so viel meines Geldes uebrig geblieben war, entschied ich mich laenger zu bleiben, reichen wird es wohl noch bis Mai naechsten jahres, weder ich noch Juicies wissen, wie es dann weitergeht.

Ben

Freitag, November 20, 2009

Unser Laden

Da ich in Zukunft wohl hauptsaechlich im Laden sein werde, sollte ich wohl alle anwesenden Personen und auch den Laden einmal richtig vorstellen, damit es bei den Lesern keine Verwirrung gibt ;)

Der Laden, den wir "Ran Dje Muai" (Schwester Muais Laden) nennen, nach juicies Mutter, die von allen mit "Schwester" angeredet wird, liegt in einer langweiligen und nichtssagenden Gegend. Manchmal gehe ich spazieren, wenn mir zu langweilig wird, aber es gibt hier wirklich nichts. Die Verkehrsanbindung ist allerdings sehr gut und deshalb spriessen die Condos nur so aus dem Boden und es wohnen viele Auslaender hier, die meist als Englischlehrer arbeiten und die eine oder andere Idee habe, was sie in Thailand machen wollen.

Mit mir und Juicies arbeitet natuerlich noch Mae, Juicies Mutter, im Laden und Nong Nan, das laotische Maedchen, die aber naechstes Jahr wieder nach Hause gehen wird. Nong Nan ist als kleines Kind nach Thailand gekommen, mit 13 Jahren ist sie, wie so viele, nachts ueber die Grenze gelaufen ohne jemanden hier zu kennen, bei Juicies Familie arbeitet sie schon seit ein paar Jahren.

Tante Yai hat am Eingang des Ladens einen kleinen Shop, wo sie Fruchtshakes verkauft. Tante Yai ist aber reich, bzw ihr Mann, weil sie aber verzweifelt einsam ist, kommt sie immer zu uns und nervt alle. Um zu zeigen, das sie eigentlich viel zu gut ist um Saft zu verkaufen kommt sie immer erst um 12, waehrend der Laden schon um 8 aufmacht.
Wie aber alles in Asien, was wir Auslaender nicht verstehen, hat auch Tante Yais Verhalten einen Grund und ich kann sie gut verstehen, auch wenn es mit ihre Schuld ist, das die Arbeit hier oft nicht so viel Spass macht, wie sie koennte.

Po, Juicies Vater, kommt nur selten zum Laden zum helfen, vor ein paar Tagen hat er etwas fuer seine Frau getan, was mich wirklich sehr beeindruckt hat und ich schaetze er hat jetzt erst einmal wieder etwas Narrenfreiheit, bevor Mae ihm wieder die Hoelle heiss macht.

Im ersten Stock wohnt noch Tante Diuw mit ihrem Mann, die aber beide meist mit der chinesischen Oper auf Tournee sind, was aber kein grosser Verlust ist, da Tante Diuw laut, rauh und nicht sehr viel wert auf Hygiene legt.

Das Leben im Laden geht fuer mich groesstenteils um "Djai Yen", das bedeutet woertlich: "ein kaltes Herz". Da ich mit aelteren zusammenarbeite gilt hier eine andere Hirarchie, denn die aelteren haben das sagen in Asien und noch schlimmer wird es wenn es sich um aeltere Frauen handelt und am schlimmsten sind die aelteren Frauen aus Juicies Familie und das sage ich nicht einfach nur so. Oft koche ich vor Wut, doch ich habe von Juicies schon sehr viel ueber Selbstbeherrschung gelernt und komme meistens durch und nur selten explodiere ich, denn ich weiss natuerlich auch, das alle diese Menschen ein sehr gutes Herz haben und durch ihre Umstaende wurden was sie sind.

Ben

Mittwoch, November 18, 2009

Die neue Immigration

Heute musste ich mal wieder mein Visa verlaengern lassen. Eigentlich keine grosse Sache, aber leider ist die Immigration ins weit entfernte Niemandsland umgezogen und niemand wusste so genau wie wir da hinkommen sollten.

Aufgestanden sind wir um halb sechs und mit dem kleinen, blauen Bus nach Bang Kae, dort mit der Linie 146 zum suedlichen Busterminal und von dort mit der Linie 66 (die umsonst war) zur Endstation. Dort mussten wir dann weiter mit Motobikes, die uns ca. den 3fachen Preis berechnet haben, der ueblich waere (uns also ganz schoen abgezockt haben) und kamen, nach 3 Stunden Fahrt, gegen elf bei dem Gebaeude B des gigantischen Regierungskomplexes an.

Reisende, die sich noch an kleine Holzhuetten an laotischen Grenzen erinnern, vermitteln Zuhausegebliebenen manchmal ein etwas ueberholtes Bild der Suedostasiatischen Boomregion und Ministerien in Bangkok sehen Heutzutage eher so aus:





Nach der sehr unerfreulichen Anfahrt zeigten sich allerdings jetzt die guten Seiten: die Abwicklung dauerte zusammen kaum 15 Minuten gegenueber der knappen Stunde von frueher, das Personal ist freundlicher und es gibt einen gratis Shuttleservice zur Hauptstrasse, von wo aus man den Minibus zum Chatuchak Markt nimmt, wohin die Busse, von Bang kae aus, sogar direkt hinfahren.

Zum Chatuchak faehrt auch der Skytrain, sowie die U-Bahn, die Minibusse starten direkt dort und ich denke es waere gut bis dorthin mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren und dann ein Taxi, oder den Minibus zu nehmen. Von Bang Kae aus kaeme ich da sonst sicher auf 500 Baht.

Fotos und Kopien kann man dort machen, kosten aber 100 Baht (2 Euro), es gibt Restaurants, Mr.Donut, Coffeshops, seven eleven und eigentlich alles, was man so braucht. Das Immigrationbuero ist gleich die erste Tuer Rechts, wenn man beim Haupteingang reinkommt und raus dann wieder rechts, durch die grosse Halle und wieder rechts hinaus zum Shuttleservice.

Ben

Thai lernen

Die meisten von uns, die Thai lernen wollen, werden jede Menge Buecher bei sich zu Hause haben, die man immer mal wieder kauft, dann aber meist liegen laesst, weil wie gesagt: Der Weg Thai zu lernen ist lang und steinig.

Ich kann ja jetzt noch kein Thai und deshalb braucht niemand auf mich zu hoeren, aber ich halte dieses Buch fuer das mit Abstand beste zum Thema: "Grundkurs Thailaendisch" von Dr.Sandro Giovanoli sorgt fuer gute Lektionen und auch fuer die dazugehoerigen Vokabeln, die man ja, solange man die Schrifft nicht kann, niemals in einem Woerterbuch nachschlagen kann, was ein grosses Problem bei vielen Buechern ist. Ausserdem sind die Woerter mit einem Pfeilsystem fuer die verschiedenen Toene ausgestattet, die es auch Anfaengern ermoeglicht halbwegs die Aussprache zu lernen.

Lernt man nur aus Buechern, ist es empfehlenswert die CD zu dem Buch ebenfalls zu erwerben.



Ben

Dienstag, November 17, 2009

Heute Morgen

Heute Morgen habe ich ein bischen mehr Zeit bekommen, da Juicies sagt am Morgen ist sowieso nicht so viel los und ich mit dem Bus nachkomme, da wenn Mae nicht zum Laden faehrt, Juicies Nong Nan mit dem Moped fahren muss und ich alleine fahren muss, dehshlab habe ich jetzt auch ein wenig Zeit fuers Internet.

Gestern waren uebrigens die Ziehungen der Lottozahlen und das Ergebnis war 58 und nicht 25, ich hoffe hier hat niemand zu viel Geld verloren...

Auch hoffe ich das der Blog nicht zu still wird, denn normalerweise bin ich ja schon den ganzen Tag da, komme Abends muede wieder und dann ist der Computer in Benutztung, von der Cousine, der er ja auch gehoert.

Ben

Sonntag, November 15, 2009

Das Leben im Laden

Seit Gestern arbeite ich jetzt im Laden und zwar nun nicht mehr nur Abends beim einraeumen, sondern wirklich den ganzen Tag.

Aufstehen viel mir schwer, es war knapp 7 Uhr Morgens, aber wenn ich es nicht von alleine geschafft haette, weare Juicies ohne mich los, denn in Asien sagt einem niemand wenn man etwas zu tun hat und es wird erwartet, das man alles von sich aus macht.

Als erstes wird alles Gemuese geschaelt und die Grundzutaten werden vorbereitet, Meistens ist der Laden nicht so super besucht, aber der eine Tag, an dem es richtig laeuft ist Sonntag und wir sind von 12 - 2 Uhr alle gerannt, weil es voll war.

Nachmittags leerte es sich dann wieder und Tante Yai und Po spielten Karten, was natuerlich ziemlich illegal in Thailand ist und Tante Yai verlor 400 Baht an Po. Ich wurde Gestern zum ersten mal von Tante Yai herumkommandiert und glaube ich bin wirklich in Asien angekommen...

Die langen Stunden des Nachmittags, an denen nichts zu tun ist, bis die Leute von der Arbeit, oder von der nahen Schule kommen, ziehen sich immer ganz schoen hin und so bin ich etwas spazieren gegangen, was auch nicht viel hilft, da das Viertel ganz furchtbar langweilig ist. Die Bangkok Post hatte ich auch schon nach ein oder 2 Stunden durch und dann wirklich garnichts mehr zu tun.

Gegen 6 fangen wir an sauber zu machen, es kommt aber ab und zu vor, das noch Kunden hereinschneien und es zieht sich, gegen 8 kommen wir zu Hause an und ich denke: "Das ist es, das wirkliche Asien: 12 Stunden fuer die Familie arbeiten und nicht einen Baht verdienen!" und Juicies stimmt mir zu.

Vermutlich werden in naechtser Zeit alle meine Tage so laufen, aber immerhin lerne ich so was.

Ben

Djedje

Die Katze, die wir waehrend Gkin Dje in unserem Vorgarten gefunden haben und die Juicies "Djedje" nannte macht sich uebrigens ganz gut und ich glaube sie wird es schaffen.

Die anderen Katzen moegen ihn zwar nicht so, aber das scheint ihm egal zu sein, ausserdem moegen diese Biester ja eh niemanden.
Ich sehe Djedje nur selten, weil er irgendwo zwischen dem ganzen Geruempel hier herumturnt, wenn ueberhaupt ,dann nur beim essen, oder wenn ich am Computer sitzte und er schlafen oder Aufmerksamkeit will.



Ben

Samstag, November 14, 2009

Spaziergang durch Bang Kae 2

Der Weg durch die Klongs

Haben sie sich sattgesehen und mit Waren, Gewuerzen und magischen Amuletten eingedeckt, sowie sich ihre Zukunft vorhersagen lassen. dann gehen sie zurueck zur Strasse. Entgegen der Fahrtrichtung laufend gelangen sie nach einigen Minuten am Ende des Marktes an den Pasricharoen Kanal, dem Sie durch einen Tunnelartigen Gang folgen werden und in dem eine geradezu doerfliche Ruhe herrscht, die nur von den ploetzlich durchbretternden Booten gestoert wird. Hier koennen sie das Leben betrachten, wie es vor langer Zeit einmal ueberall in Bangkok gewesen sein muss.

Haben sie Hunger, so kann der Nudelladen, der zweite Laden, direkt wenn sie den Gang betreten haben, empfohlen werden. Hier gibt es die in ganz Asien populaere “Gui Diao”.

Wenn sie dem Gang gefolgt sind und auch mal auf eine der vielen Bruecken gestiegen sind um die Aussicht zu geniessen, gelangen sie am Ende automatisch an den Wat Nimmanoradii.

Im Tempel achten Sie darauf das Sie keine Fotos des Krematoriums machen sollten, um das oft Blumenkraenze abgelegt sind. Am Ende links befindet sich an einem weiteren Kanal der Schrein der chinesischen Goettin Kuan Yim, der mit den Jahren immer weiter wuchs und immer praechtiger wurde, hier koennen Sie fuer 6 Euro ein Amulett erwerben auf dem die Worte “Kwuan Ruwai” stehen, die Ihnen wuenschen, das sie reich werden.

Auf der Rueckseite dieses Schreines sollten Sie sich eine Tuete Fischfutter kaufen, denn Fische an einem Tempel zu fuettern macht grossen Spass und bringt Ihnen die so wichtigen Karmaverdienste.